Kfz Steuer Motorrad - wie wird diese berechnet?

Anders als bei den meisten anderen Kraftfahrzeugen in Deutschland, wie beispielsweise Autos, Lastwagen oder Wohnmobilen, wird die Kfz Steuer Motorrad nicht abhängig vom Schadstoffausstoß berechnet. Allerdings wird seit einiger Zeit sowohl auf europäischer Ebene als auch auf Bundesebene über eine entsprechende Regelung nachgedacht. Bis dahin gilt für alle Motorräder die gleiche Berechnungsgrundlage zur Einstufung des Motorrads bei der Steuer. Je angefangene 25 Kubikzentimeter Hubraum werden nach § 9 des KraftStG Steuern in Höhe von 1,84 Euro fällig. Der Hubraum eines Motorrads ist im jeweiligen Fahrzeugschein verzeichnet und lässt sich leicht entnehmen. Mit einem Steuerrechner für das Motorrad kann die Gesamtsumme der anfallenden Steuerlast dann einfach berechnet werden. Für Motorräder mit Beiwagen gelten dieselben Steuersätze wie für Solomaschinen.




Keine KFZ-Steuer für Leichtkrafträder

Für sogenannte Leichtkrafträder fällt in Deutschland in der Regel keine Kfz Steuer Motorrad an. Als Leichtkraftrad werden hierzulande Zweiräder definiert, die über einen Hubraum von mehr als 50 Kubikzentimeter aber weniger als 125 Kubikzentimeter verfügen. Die Nennleistung ist auf 11 kW begrenzt, was einer Leistung von ungefähr 15 PS entspricht. Übersteigen der Hubraum oder die Leistung die vorgegebenen Werte, so sind für das Motorrad Steuern zu entrichten.



Keine KFZ-Steuer bei Versicherungskennzeichen

Für Mofas und Kleinkrafträder, wie Mopeds und Motorroller bis zu einem bestimmten Hubraum, die mit einem sogenannten Versicherungskennzeichen unterwegs sind, fällt ebenfalls keine KFZ-Steuer an. Die sogenannten Versicherungskennzeichen, auch als Mopedkennzeichen oder Mofakennzeichen bekannt, werden von den Versicherern und nicht von der Zulassungsstelle ausgegeben. Hiermit weist der Besitzer des Mofas oder Mopeds nach, dass für sein Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung besteht. Die Kennzeichen gelten immer für jeweils ein Jahr und müssen Anfang März gegen neue Versicherungskennzeichen ausgetauscht werden.



Kfz Steuer Motorrad sparen mit dem Saisonkennzeichen

Kfz Steuer Motorrad

Eine beliebte Vorgehensweise, um die anfallenden Steuern des Motorrads zu senken, ist die Anmeldung auf Saisonkennzeichen. Hierbei ist das Motorrad lediglich einen bestimmten Zeitraum im Jahr, üblicherweise während der Sommermonate, zugelassen, ansonsten ruht die Zulassung. Außerhalb des Zulassungszeitraums fallen keine Kfz Steuer Motorrad an, es werden lediglich die Monate des Saisonzeitraums anteilig berechnet. Ein umständliches An- und Abmelden des Zweirads entfällt hierbei, auch ein Besuch auf der Zulassungsstelle ist nicht nötig. Ein beliebter Saisonzeitraum ist von Anfang April bis Ende Oktober. Bei manchen Motorrad-Enthusiasten beginnt die Saison bereits Anfang März und endet erst im November, bei anderen Fahrern endet die Saison hingegen bereits im September. Der Zeitraum, in dem das Motorrad zugelassen ist, kann frei gewählt werden, muss allerdings mindestens zwei Monate betragen. Maximal kann der Saisonzeitraum elf Monate betragen, was in der Praxis jedoch wenig realistisch ist.

Auch die Versicherungsbeiträge für das betreffende Motorrad werden lediglich anteilig berechnet, wenn dieses mittels Saisonkennzeichen zugelassen ist. Anzumerken sei jedoch, dass die etwaige Einstufung in eine günstigere Schadenfreiheitsklasse bei den meisten Versicherungen nur dann erfolgt, wenn das Motorrad mindestens sechs Monate im Jahr zugelassen ist. Die Anmeldung mittels Saisonkennzeichen ist hierzulande sehr beliebt, derzeit ist in Deutschland auf diese Weise jedes dritte Motorrad nur während der Sommermonate zugelassen. Dies kommt vielen Motorradfahrern sehr entgegen, nutzen sie ihr Zweirad doch ohnehin nur in der warmen Jahreszeit.



Keine Teilnahme am Straßenverkehr außerhalb des Saisonzeitraums

Der Saisonzeitraum wird in den Zulassungspapieren und auf der Kennzeichentafel des Motorrads vermerkt. Hierzu muss in der Regel ein neues Kennzeichen geprägt und auf der Zulassungsstelle abgestempelt werden. Auf dem Kennzeichen wird der Anmeldezeitraum in Bruch-Schreibweise angegeben. Oberhalb des Bruchstrichs wird der erste Monat des Saisonzeitraums eingeprägt, beispielsweise „03“ für den Monat März, unterhalb des waagerechten Strichs folgt der letzte Monat des Saisonzeitraums, zum Beispiel die Ziffer „10“ für den Monat Oktober. Ein auf diese Weise angemeldetes Motorrad kann von Anfang Mai bis Ende Oktober auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Außerhalb dieses Zeitraums darf es weder am Straßenverkehr teilnehmen, noch im öffentlichen Straßenraum oder auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt werden. Für viele Motorradbesitzer stellt dies kein Problem dar, da das Zweirad die Wintermonate ohnehin unter dem Carport auf dem eigenen Grundstück oder in einer angemieteten Garage überdauert.

Bei den neuen Motorradkennzeichen mit verkleinerter Prägeschrift, wie sie seit dem Jahre 2011 zulässig sind, wird der Saisonzeitraum in der mittleren Zeile rechts eingeprägt, sodass das Kennzeichen durch den Wechsel auf ein Saisonkennzeichen nicht breiter wird. Bei den früheren Motorradkennzeichen in normal großer Schrift war dies noch anders. Hier führte der Wechsel auf Saisonkennzeichen zu einer breiteren Nummerntafel, was Motorradbesitzer teilweise davon abhielt, ihr Krad auf Saisonkennzeichen zuzulassen.



Oldtimer-Motorräder mit H-Kennzeichen zulassen

Vor allem alte Motorräder mit viel Hubraum können in puncto Kfz-Steuer Motorrad kräftig zu Buche schlagen. Dies ist ärgerlich für alle, die sich dem Erhalt und der Pflege alter Motorräder verschrieben haben. Um die Halter von Oldtimer-Motorrädern finanziell etwas zu entlasten und ihr Hobby zu fördern, hat der Gesetzgeber das H-Kennzeichen für Motorräder eingeführt. Das H-Kennzeichen, auch historisches Kennzeichen oder Oldtimerkennzeichen genannt, können alle Motorräder ab einem Alter von 30 Jahren erhalten, die sich in gutem Erhaltungszustand befinden.

Kfz Steuer Oldtimer-Motorrad

Das Kennzeichen geht mit einem einheitlich niedrigen Steuersatz einher, das Motorrad darf jedoch uneingeschränkt im Alltag genutzt werden. Hierbei fallen für das Motorrad Steuern in Höhe von derzeit 46,02 Euro pro Jahr an, unabhängig von Hubraum oder Schadstoffeinstufung. Bevor dem Motorrad ein H-Kennzeichen zugeteilt werden kann, ist eine Begutachtung durch eine anerkannte Prüfstelle, wie dem TÜV oder der Dekra, nötig. Das Motorrad muss hierbei mindestens 30 Jahre alt sein, es gilt das Datum der Erstzulassung. Zudem muss sich das Oldtimermotorrad weitestgehend im Originalzustand befinden und einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen. Sind diese Bedingungen erfüllt, wird das betreffende Motorrad als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut eingestuft und kann das H-Kennzeichen erhalten. Dem bisherigen amtlichen Kennzeichen wird ein „H“ angefügt, welches auf der Kennzeichentafel eingeprägt wird. Hierzu muss in der Regel ein neues Kennzeichen angefertigt werden.



Lohnt sich ein H-Kennzeichen am Motorrad?

Die Anmeldung eines alten Motorrads mittels H-Kennzeichen lohnt sich vor allem bei Modellen mit viel Hubraum, da sich die anfallenden Steuern des Motorrads nach dem jeweiligen Hubraum richten. Bei Motorrädern mit nur wenig Hubraum kann eine reguläre Anmeldung ohne H-Kennzeichen mitunter günstiger sein. Bei der Entscheidung, ob sich das H-Kennzeichen lohnt, kann ein Steuerrechner für das Motorrad gute Dienste leisten. Hiermit lässt sich auf einfache Weise die jeweilige Einstufung des Motorrads bei der Steuer berechnen. Das Ergebnis gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad in der Steuer bei normaler Zulassung günstiger ist als bei einer Zulassung mittels H-Kennzeichen. Dies trifft vor allem auf Motorräder mit kleinerem Hubraum zu. Bei Motorrädern mit 600 Kubikzentimetern Hubraum, oder einem noch geringerem Hubraum, lohnt sich das H-Kennzeichen in steuerlicher Hinsicht derzeit nicht.



Neu seit 2017 - das H-Saisonkennzeichen

Seit dem 1. Oktober des Jahres 2017 ist auch eine Kombination von H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen möglich. Dies war zuvor nicht zulässig, und Besitzer von historischen Motorrädern mussten sich für eine der beiden Optionen entscheiden. Für das Erlangen des sogenannten H-Saisonkennzeichens gelten dieselben Hürden, wie für die Zulassung des Motorrads auf H-Kennzeichen. Zusätzlich ist nun die saisonale Anmeldung für einen bestimmten Zeitraum möglich, wodurch sich die anfallenden Steuern des H-Kennzeichens weiter senken lassen. Diese werden bei dieser Art der Zulassung nur anteilig für den jeweiligen Saisonzeitraum erhoben. Diese neue Regelung kommt vor allem Sammlern von alten Motorrädern sehr entgegen, die ihre Schätzchen ohnehin nur während der Sommermonate bewegen und die streusalzreichen Wintermonate tunlichst meiden.

Genaue Berechnung der „Motorradsteuer“

Besitzer von Leichtkrafträdern mit bis zu 11 KW (ca. 15 PS) Leistung und einem maximalen Hubraum von 125 cm³ haben es ganz leicht. Denn diese Motorräder sind von der Besteuerung befreit. Für größere Zweiräder gilt: Je angefangene 25 cm³ Hubraum werden 1,84 Euro besteuert. Eine Einbeziehung der Emissionswerte der Motorräder in die Berechnung ist derzeit noch nicht vorgesehen. Zwar wird bei neu zugelassene Motorrädern bereits das Emissionsverhalten in der Zulassungsbescheinigung I vermerkt, jedoch wurde bis heute noch keine Entscheidung über eine gestaffelte Kraftsteuer, ähnlich wie bei Pkw, getroffen. Der Steuersatz von 1,84 Euro bezieht sich dabei immer auf ein ganzes Jahr.

Viele Motorräder sind allerdings nur saisonal zugelassen. Folglich verringert sich die Kraftfahrzeugsteuer für Motorräder für Zweiräder mit sogenannten Saisonkennzeichen. Hier wird die Steuer nach zugelassenen Tagen berechnet. Für historische Motorräder mit Oldtimer-Kennzeichen (das sind alle Motorräder die mindestens 30 Jahre alt sind und sich im Originalzustand befinden) gilt ein pauschaler Steuerbetrag. Zur Anerkennung des Oldtimer-Status ist ein Gutachten nach Paragraf 23 der Straßenverkehrszulassungsordnung erforderlich. Dieser Pauschalbetrag beträgt 46,02 Euro jährlich.