Nicht nur ein Auto, sondern ein Lebensgefühl

In diesem Beitrag die wichtigsten Fragen zur Kfz Steuer Oldtimer und den speziellen Oldtimerkennzeichnen.

Echte Oldies erfreuen nicht nur das Ohr, sondern auch das Auge. Das gilt zumindest dann, wenn sie auf vier Rädern unterwegs sind. Manchmal reichen auch schon zwei.

Von Oldtimern sind viele Menschen fasziniert. Die größte Attraktion der baden-württembergischen Landeshauptstadt ist deshalb auch nicht das prunkvolle Stadtschloss, das die City von Stuttgart dominiert. Die meisten Besucher zieht es in zwei Museen, in denen die schönsten Autos gezeigt werden, die je gebaut wurden. Jedes Jahr pilgern etwa 400.000 Menschen in den Stadtteil Zuffenhausen, um einen 911er Porsche der ersten Generation zu bestaunen. In das Mercedes-Benz-Museum, wo, neben vielen anderen Ikonen, zwei legendäre Silberpfeile auf die Gäste warten, zieht es sogar mehr als doppelt so viele Besucher. Ein Oldtimer ist eben nicht nur ein Auto, sondern ein Lebensgefühl. Manchmal auch ein Prestige-Objekt oder eine Geldanlage. Wer sich geschickt anstellt, kann mit einem echtem Oldtimer sogar Steuern sparen.

Auch bei der Kfz-Steuer für Oldtimer gibt es eine Reihe von Vergünstigungen. Wir erklären Ihnen, was Sie über die Besteuerung Ihres Goldstücks wissen sollten, denn für Autos und Motorräder, die auch nach Ihrem 30. Geburtstag noch fit für den Straßenverkehr sind, gelten einige Sonderregelungen. Das beginnt bereits beim Oldtimerkennzeichen, das Ihnen zahlreiche Vorteile verschafft und beim Geld sparen hilft.

Youngtimer Oldtimer
Erstzulassung innerhalb eines Zeitraums von 20 bis 29 Jahren Erstzulassung war mehr als vor 30 Jahren
Für Youngtimer wird die übliche Kfz Steuer fällig Für Kfz Steuer Oldtimer gilt ein niedrigerer Steuersatz . Die Kfz-Steuer für Oldtimer beträgt 191,73 Euro im Jahr.


Kfz Steuer Oldtimer - nur „vintage“ oder doch schon ein Oldie?

Oldtimer

Eines vorne Weg: Klare Regeln gibt es hierfür nicht, aber immerhin eine Faustformel. Sofern die Erstzulassung Ihres Autos oder Ihres Motorrads wenigstens 30 Jahres zurückliegt, haben Sie gute Chancen, dass Ihr Fahrzeug als historisch eingestuft wird und zahlreiche Sonderkonditionen genießt. Die Halter älterer Fahrzeugmodelle können im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüfen lassen, ob es sich bei Ihrem Fahrzeug um einen Oldtimer handelt. Alternativ kann auch ein Oldtimer-Gutachten bei einem anerkannten Sachverständigen in Auftrag gegeben werden.

Neben dem Alter sind aber noch andere Kriterien entscheidend. Insbesondere muss sich das Fahrzeug noch weitestgehend im Originalzustand befinden. Sie sollten Ihren Oldie also nicht mit einem modernen Soundsystem aufgerüstet haben. Von einem Bordcomputer oder einem fest installiertem Navigationsgerät wollen wir erst einmal gar nicht reden. Auch die Karosserie sollte noch weitestgehend im Original erhalten sein.

Besonders wichtig ist außerdem der Zustand des Motors. Hier ist der TÜV unnachgiebig. Wenn Ihr Fahrzeug nicht mehr mit dem Originalmotor unterwegs ist, dann muss der Ersatz aus der gleichen Baureihe stammen. Andernfalls haben Sie kaum Chancen, dass Ihr Gefährt offiziell zum Oldtimer erklärt wird. Auf die Vorteile bei der Kfz-Steuer für Oldtimer und die Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung müssten Sie dann leider verzichten.



Kurzzeitkennzeichen, Saisonkennzeichen & Co.

Seit 1997 können die Halter echter Oldies ein H-Kennzeichen beantragen. Damit sind zahlreiche Vorteile verbunden. Das gilt zum Beispiel für die Kfz-Steuer für Oldtimer ebenso wie für die Versicherung. Außerdem gelten für historische Fahrzeuge, die mit dem H-Kennzeichen ausgerüstet sind, auch weniger strenge Umweltauflagen. Sie dürfen dann zum Beispiel ohne Plakette und sogar ohne Katalysator in die Umweltzonen der Städte einfahren.

Seit November 2017 darf das H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombiniert werden. Sie können Ihr historisches Fahrzeug seither auch nur temporär, für einen Zeitraum von zwei bis elf Monaten, anmelden, ohne die Oldtimervergünstigung bei der Kfz-Steuer einzubüßen. Es ist jetzt also möglich, ein Nummernschild für ihren Oldie zu erwerben, das es Ihnen erlaubt, das Fahrzeug jedes Jahr von Mai bis Oktober in Betrieb zu nehmen. Steuer und Versicherung werden dann nur für diesen Zeitraum fällig, das Fahrzeug muss nicht jedes Jahr ab- und im Folgejahr wieder angemeldet werden. Die Schilder, die Sie bei der Saisonzulassung erhalten, haben neben der H-Kennzeichung auch noch den Jahresabschnitt, für den sie gültig sind, aufgedruckt.

Kurzzeitkennzeichen sind dagegen nur für wenige Tage gültig und dürfen nur für Probe- und Überführungsfahrten genutzt werden. Für Oldtimer gibt es aber auch hier eine Sonderregelung. Wer ein historisches Fahrzeug hat, kann ein rotes 07-Kennzeichen beantragen. Mit diesem Kennzeichen dürfen Sie mit Ihrem Auto oder Motorrad zu Messen oder anderen Veranstaltungen fahren „die der Darstellung von Oldtimer-Fahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen“. Die Rechtsgrundlage hierfür bildet § 17 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Das rote Nummernschild, das keine Betriebserlaubnis und keine Zulassung voraussetzt, darf bei Oldtimern aufgrund der gleichen Norm auch bei Probefahrten und Überführungsfahrten sowie für Fahrten zur Werkstatt eingesetzt werden.



Die Kfz Steuer Oldtimer

Kfz Steuer Oldtimer

Wie viel Steuer Sie für Ihren Oldtimer entrichten müssen, regelt das Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG). Dem unterliegen gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 4 auch historische Fahrzeuge. Ganz kommen Sie um die Kfz Steuer Oldtimer also nicht herum. Für die Höhe der Steuer findet sich in § 9 Abs. 4 KraftStG auber eine kostengünstige Sonderregelung. Anders als bei „Youngtimern“ wird bei den rollenden Denkmälern diese Abgabe nicht in Abhängigkeit von den Schadstoffemissionen berechnet. Andernfalls wäre die Kfz-Steuer für Oldtimer schnell das teuerste an diesem Hobby.

Für historische Fahrzeuge wird stattdessen eine pauschale Steuer erhoben. Diese beträgt gemäß § 9 Abs. 4 KraftStG für Motorräder 46,02 und alle übrigen Fahrzeuge 191,73 Euro pro Jahr. Wenn Sie das Oldtimerkennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombinieren, müssen Sie die Steuer nur anteilig zahlen. Gilt das Kennzeichen nur für Mai bis Oktober, also sechs Monate, dann werden nur 23,01 bzw. 95,87 Euro an Steuer fällig. Darüber hinaus gibt es für Oldtimer auch noch besonders günstige Versicherungstarife, von denen Sie profitieren können.



Wie lässt sich mit einem Oldtimer sonst noch sparen?

Sie sind beruflich auf ein repräsentatives Fahrzeug angewiesen und möchten auch privat auf diese Annehmlichkeit nicht verzichten? Ein schicker Geschäftswagen, der auch privat genutzt wird, kann schnell teuer werden. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbständig sind oder Arbeitnehmer. In beiden Fällen gilt, wenn Sie kein Fahrtenbuch führen wollen, die sogenannte 1 Prozent Regelung. In diesem Fall wird Ihr zu versteuerndes Einkommen jeden Monat fiktiv um ein Prozent des Neupreises Ihres Dienstwagens erhöht. Bei einem Mittelklassefahrzeug für 50.000 Euro sind dies immerhin bereits 500 Euro pro Monat, also 6.000 Euro pro Jahr, die sie zusätzlich versteuern müssen.

Ein Oldtimer, der anno dazumal 50.000 D-Mark gekostet hat, fällt steuerlich nur mit etwa der Hälfte ins Gewicht und bietet gleichzeitig noch eine perfekte Werbefläche für Ihr Unternehmen. Achten Sie aber darauf, dass Werbeschriftzüge und andere Veränderungen reversibel sind, sonst könnte Sie das schnell den Oldtimer-Status kosten.